Designtheorie | Strategien für iranische Haushaltsgeräte
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11 Dez Strategien für iranische Haushaltsgeräte

Die Anwendung von Designstrategien – ein wichtiger Erfolgsfaktor für innovative und konkurrenzfähige Produktgestaltung im Hinblick auf den iranischen Haushaltsgerätemarkt

 

Dieses Promotionsthema entstand aufgrund der Erfahrungen, die ich in den Jahren als Industriedesignstudentin, als Praktikantin und später als Produktdesignerin bei einigen Haushaltsgeräteherstellern im Iran gesammelt habe.

Die Erkenntnis, dass der iranische Kunde Importprodukte gegenüber inländischen Produkten bevorzugt, führten dazu, die Gründe dieses Phänomens eingehender zu untersuchen. Daher ließ sich am Anfang der Promotion die simple Frage stellen: „Warum neigt der iranische Kunde eher dazu, Importprodukte zu kaufen, obwohl Inlandprodukte durchaus zur Verfügung stehen?“. Diese Frage wurde aus persönlichem Interesse und aufgrund der gesammelten Erfahrungen auf den Bereich der iranischen Haushaltsgeräteindustrie beschränkt. Elektrische Haushaltsgeräte, sowohl Weißware als auch Kleingeräte und Küchenhilfe, werden somit in dieser Arbeit als „Produkt“ bezeichnet.

Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe von vorhandenen Forschungsmethoden eine Methode zu finden, durch die der iranische Konsument genau untersucht werden kann. Somit steht der Verbraucher von Haushaltsgeräten im Mittelpunkt dieser Arbeit. Die Gründe der mangelnden Akzeptanz gegenüber inländischen Produkten, die Kundenbedürfnisse, die Anforderungen an Produkte sowie die mit den Haushaltsgeräten verbundenen Werte und die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung sollen genau untersucht werden.

Der Akzeptanzmangel bezüglich der Inlandproduktion bildet den Kern der Forschungsfrage. Mehrere empirische Forschungen in Form von Beobachtungen am Markt sowie quantitative und qualitative Befragungen mit Hilfe von Fragebögen und intensiven Gesprächen mit Verbrauchern wurden in Teheran durchgeführt, um die Gründe des Akzeptanzmangels genauer zu untersuchen.

An der quantitativen Studie nahmen 176 Personen teil. Für die qualitative Studie wurden intensive Gespräche mit 29 Personen an deren Wohnort durchgeführt. Die Teilnehmerzahl lässt sich zwar nicht als stellvertretend für die gesamte Bevölkerung bezeichnen, stellt jedoch die Vorgehensweise und die Umsetzung der angewendeten Methode dar. Dieses Wissen ist eine Basis, aus der ein Produkthersteller wichtige Erkenntnisse gewinnen kann, um gegenüber der starken Konkurrenz der Importprodukte standhalten zu können.

Die Ergebnisse der quantitativen Kundenbefragungen können bestätigen, dass der Anteil von Importprodukten im Haushalt der Befragten im Vergleich zu Inlandprodukten sehr hoch ist. Darüber hinaus zeigt diese Studie, dass die iranischen Marken zwar unter den Befragten bekannt sind, jedoch selten gekauft werden. Es lässt sich vermuten, dass dies vor allem an der geringen Akzeptanz gegenüber den Inlandprodukten liegt. Mit Hilfe einer qualitativen Kundenbefragung sollen die Gründe dieses Akzeptanzmangels genauer ermittelt werden.

Darüber hinaus sollen die mit dem Herstellungsland der Haushaltsgeräte verknüpften Werte, welche vermutlicher Weise bei den iranischen Konsumenten eine Kaufentscheidung beeinflussen, analysiert werden. Auch Meinungen bezüglich „Made in Germany“, „Made in China“ oder „Made in Iran“ sollen erfasst werden. Sowohl funktionale als auch ästhetische Merkmale der Geräte sind dabei bedeutsam.

Die Ergebnisse solcher empirischer Studien können unter anderem für Designer und Produkthersteller sehr interessant und von hoher Bedeutung sein. Denn aus den gewonnenen Ergebnissen der Verbraucherbefragungen lassen sich Lösungsvorschläge für die Verbesserung der iranischen Haushaltsgeräte ableiten. Somit kann beispielsweise verdeutlicht werden, wo die Schwachpunkte eines Produktes liegen, die zur mangelnden Akzeptanz durch den Kunden führen. Es kann so ermittelt werden, ob ein Hersteller den Fokus der Produktentwicklung auf die ästhetischen oder auf die funktionalen Produktmerkmale legen sollte.

Autor: Sadaf Rostamkhani